1. Weihnachten (Crăciun), beginnt bereits am 23.12. um Mitternacht. Die Türen und Tore der Häuser werden an Heiligabend sowie dem 1. Weihnachtsfeiertag offen gelassen, sodass die Sternsänger (Colindatori) hineinkommen können. Häufig sind es Kinder, die Weihnachtslieder singen – sie symbolisieren die Reinheit.

Sie tragen meistens traditionelle Trachten (abhängig von der Region) und haben einen Stern aus Holz, der mit Glocken und bunten Stoffbändern verziert ist bei sich. In der Mitte des Sterns ist ein Bild von der Geburt Jesu Christi zu erkennen. Die Sternsänger haben landesweit einen hohen Stellenwert. Man sagt, sie bringen das Glück ins Haus (insbesondere für das kommende Jahr). Zum Dank erhalten sie dann eher Obst, Nüsse und Süßigkeiten als Geld von den Menschen. Sie ziehen dann weiter von Haus zu Haus und singen bis in die frühen Morgenstunden die traditionellen Lieder. Es gilt als sehr unüblich und unfreundlich, die Sternsänger nicht in sein Haus zu lassen. Am 25. singen anschließend die Jugendlichen, aber auch Erwachsenen. Da Rumänien ein sehr religiöses Land ist, ist ein Besuch in der rumänisch-orthodoxen Kirche auch ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit.

 

2. An Heiligabend wird gefastet, streng Gläubige essen bis zum Erscheinen des ersten Abendsternes nichts. Bereits 40 Tage vor Weihnachten wird mit dem Fasten begonnen (14.11. – 25.12.).

Dabei wird auf Fleisch, Eier und Käse verzichtet. Damit soll bezweckt werden, das man sich auf die Geburt Jesu vorbereitet. Während der Fastenzeit werden nur 12 Speisen gegessen. An Weihnachten selbst fällt das Essen dann sehr fleischlastig aus. Kohlrouladen (Schweinefleisch, Reis und Krautblätter), Mamaliga ( Polenta), Carnati (geräucherte Würstchen), Fisch, Schwein und Geflügel werden verzehrt. Dazu gibt es selbstgemachten Schnaps sowie Wein, um die Geburt Jesu zu feiern. Verschiedene Kuchen, wie z. B. Cozonac (Hefezopf; mit Rosinen und Nüssen), dürfen natürlich auch nicht fehlen.

 

3. Ja, die Geschenke werden am Abend des 24. geöffnet. An dem Tag wird auch der Weihnachtsbaum geschmückt. Er wird jedoch auch mit Süßigkeiten verziert, die sich die Kinder dann vom Baum holen können.

 

4. Wir legen großen Wert auf das Zusammenkommen. Gerade deshalb, da viele Rumänen im Ausland leben, ist es sehr schön wenn sich alle an den Feiertagen wiedersehen. Auf die „materielle“ Bescherung wird hingegen weniger Wert gelegt.